Dokumentiert: Saskia Gränitz – Sozialdarwinismus der Straße

Wir dokumentieren an dieser Stelle den Vortrag „Der Sozialdarwinismus der Straße. Zur Sozialpsychologie rechter Gewalt seit 1990 in Ostdeutschland„, den die Soziologin Saskia Gränitz am 31. Mai 2026 im Rahmen unserer Gedenkwoche „Klaus R. – 32 Jahre danach“ in unseren Räumen gehalten hat.

In den Neunziger- und Nullerjahren kam es insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu einer Welle tödlicher sozialdarwinistischer Gewalt, die dem rechten Straßenterror der sogenannten Baseballschlägerjahre ihren Stempel aufdrückte. Etwa ein Viertel der in den Chroniken verzeichneten Todesopfer rechter Gewalt wurde damals aus Motiven getötet, die mit der Unterscheidung zwischen wertvollem und unwertem Leben zusammenhängen. Der 43-jährige Klaus R. war einer von ihnen: Er wurde am 28. Mai 1994 in seiner Wohnung in Leipzig-Lindenau von Neonazis, die im selben Haus wohnten, getötet. Der Vortrag diskutiert den Sozialdarwinismus der Straße als autoritäre Form der Krisenverarbeitung, die nicht zufällig in dieser Zeit zu einem Massenphänomen wurde.

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