Tagesseminar: Frühe Analysen des deutschen Faschismus

Wann: 24.10.2026 // 9:30-15:30 Uhr

Wo: translib, Lützner Straße 30, Leipzig-Lindenau

Anmeldung unter: mail@translib.de

Faschismus und Nationalsozialismus wurden nicht nur politisch bekämpft, sie waren auch früh Gegenstand theoretischer Analyse und Kritik. Ein Thema der Diskussion sozialistischer und kommunistischer Theoretiker:innen war die dem Faschismus zugrundeliegende politisch-gesellschaftliche Entwicklung innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise. Ideengeschichtlich hat zwar insbesondere die sogenannte Dimitroff-These Bedeutung erlangt, der zufolge der Faschismus die „terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ sei. Allerdings finden sich bei kritischen Marxist:innen durchaus auch Klassenanalysen, welche etwa die Rolle der kleinbürgerlichen Schichten und der mittleren Angestellten für den Aufstieg des Faschismus betonen (z.B. Alfred Sohn-Rethel). Diese frühen Analysen rekonstruierten aber darüber hinaus auch die ideologische Tradition des Faschismus und diskutierten die philosophischen Texte ihrer Vertreter. Zentral sind hierbei etwa die Fragen, ob von einer faschistischen Weltanschauung gesprochen werden könne und wie sie mit der bürgerlichen Ideologie zusammenhänge (z.B. Georg Lukács).

Das Tagesseminar soll einen Rahmen für die gemeinsame Beschäftigung mit diesen frühen theoretischen Analysen des deutschen Faschismus bieten. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Tendenzen der Faschisierung soll auch danach gefragt werden, welche Erklärungskraft diese Analysen heute besitzen, welche analytischen Defizite sie aufweisen und wie diesen beizukommen wäre. Im Zentrum werden vorrangig Texte aus den 1930er Jahren stehen, die zur Vorbereitung an alle angemeldeten Teilnehmer:innen verschickt werden. Im Seminar werden wir uns – je nach Teilnehmer:innenanzahl in Gruppen – die Texte noch einmal gemeinsam erarbeiten und anschließend gemeinsam diskutieren. Vorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht notwendig.

Das Tagesseminar findet statt im Rahmen der diesjährigen antifa-wochen. Zum weiteren Programm click below: