Stadtrundgang Kinder-Euthanasie in Leipzig während des NS
Eine Einladung des Lesekreis Krankheit und Behinderung im Kapitalismus
Kinder-Euthanasie in Leipzig
„Euthanasie“ wird aus verschiedenen Anlässen immer wieder thematisiert. Dabei hat der Blick auf Diversität, Behinderung und Ver_rücktheit oft etwa mit Angst und Fremdheitsgefühlen zu tun. Behinderte, chronische kranke und ver_rückte Menschen sind nach wie vor weit davon entfernt als Bestandteil der Gesellschaft zu gelten, auch weil bis in unsere Gegenwart eugenisches Denken weitverbreitet ist. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte ist deshalb unerlässlich, nicht nur rückblickend.
In dieser nimmt Leipzig eine besondere Rolle ein. Die Stadt war eines der Zentren, von denen aus die systematische Ermordung behinderter Kinder im Rahmen der sogenannten „Kindereuthanasie“ organisiert wurde. Diese Geschichte muss benannt und erinnert werden, im Gedenken an die Opfer und im Einsatz für eine Gesellschaft, in der alle Menschen in ihrer Vielfalt respektiert und geschützt werden.
Studierende der Uni Leipzig haben auf zahlreichen Vorarbeiten aufbauend eine Tour zu Orten des Verbrechens und der Erinnerung zusammengestellt, die in Leipzig selbst nur wenige kennen.
Dazu laden wir als Lesekreis alle Interessierten herzlich ein.
Wichtig für die Barrierefreiheit: Da sich die einzelnen Orte weit voneinander entfernt oder am Rande der Stadt befinden, ist ein Fahrrad notwendig. Alternativ dazu bitten wir darum uns über die translib zu kontaktieren und wir überlegen gemeinsam eine alternative Route.
Treffpunkt ist 11 Uhr am 20.9.25 der Eingang Campus Jahnallee der Uni Leipzig.
Lesekreis behinderung_krankheit_kapitalismus

Lageplan des Krankenhauses Leipzig-Dösen (etwa 1989), die markierten Häuser (B3 Erdgeschoss; B8 1. Etage, C1 1.Etage) wurden 1941-1943 als Kinderfachabteilung zur Tötung von über 500 Kinder verwendet (Quelle: Gesundheitsamt)